Aktueller biblischer Impuls

Liebe Brüder,

im ersten Semester meines Studiums lernte ich: Bei Gericht gibt es weder Recht noch Gerechtigkeit noch die „Wahrheit“, sondern nur ein Urteil, das gesellschaftlich akzeptiert wird. Wahrheit ist demnach in der Welt immer relativ.

Als Kind habe ich mit Begeisterung das Lied geschmettert: „Gott ist die Liebe“. Erst im Laufe der Zeit wurde mir durch die Schrift klar, Gott und Liebe sind keine austauschbaren Begriffe, sondern Liebe ist Gottes Wesensart oder Identität. Wahrheit und Liebe gehören zusammen.

Jesus sagt in Johannes 14,6 „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich.“ Absolute Wahrheit ist demnach personifiziert in Jesus.

In der Beziehung zu Jesus können wir wahrhaftig sein, ehrlich und aufrichtig. Weil Gott uns kennt, durch und durch – und weil er uns dennoch liebt. Wir müssen uns vor Gott nicht versuchen, besser darzustellen, als wir sind. Denn Jesus hat unsere Schuld und unser Versagen auf sich genommen.

Ehrlich sein vor Gott, das ist der Schlüssel zum Gebet, das Gott gefällt – und ehrlich kann ich sein, weil ich geliebt bin. So kann ich mit Gott ins Gespräch kommen und alles vor ihm ausbreiten.

Das Mustergebet Jesu, das „Vater unser“, gibt uns eine gute Anleitung für unsere Beziehung zu Gott.

So kann ich zuversichtlich beten. Die Bitte „Dein Reich komme“ ist zugleich die Grundlage der Fürbitte für die Missionare, die wir im Gebet begleiten. So sind wir mit unseren Gebeten auf der Spur Jesu.

Euer B. E.