Aktueller biblischer Impuls

Liebe Brüder,

es lohnt sich, die Geschichte mit Jesus und der Frau am Brunnen wieder zu lesen (Johannes 4, 4 bis 30). Nachdem Jesus sie um Wasser gebeten hatte, beginnen beide einen längeren Dialog. Gegen Ende des Gesprächs will die Frau von Jesus eine befriedigende Antwort zu einem Streit zwischen Juden und Samaritanern. „Wo betet man Gott richtig an: Auf diesem Berg in Samaria oder in Jerusalem?“ Fragen nach der liturgischen Form des Gebets im Gottesdienst und wo der bessere Ort zum Gebet ist, in einer Gebetsgemeinschaft - oder alleine für sich im stillen Kämmerlein, werden auch in der heutigen Zeit gestellt. Um das alles geht es Jesus gar nicht bei der Anbetung seines Vaters. Er gibt der Frau am Brunnen eine unerwartete Antwort:

Aber es kommt die Stunde und ist schon jetzt, dass die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. (Johannes 4, 23 und 24)

Durch seine Erlösung am Kreuz, sind die zahlreichen alttestamentlichen und herrlichen Versprechen Gottes wahr geworden. Jesus hat uns die Kindschaft erworben, den tiefen Graben der Sünde überwunden. Nicht nur uns und seinem eigenen Volk Israel, sondern Millionen aus allen Heidenvölkern gilt dieses Versprechen. Er hat seinen guten heiligen Geist das erste Mal an Pfingsten über seine Nachfolger ausgegossen. Der Dreieinige Gott, der Schöpfer des Universums will in uns wohnen.

Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater! (Römer 8, 15)

Gebet, auch die Fürbitte für unsere Missionare, ist nicht „fromme“ Pflichterfüllung, sondern Beziehungspflege zu unserem himmlischen Vater. Er will in erster Linie eine Beziehung mit uns und unsere Beteiligung in der Erfüllung seines Willens haben. Unser Gebet sollte nicht nur Reden, sondern auch Hören auf seine Stimme sein. Leben in seiner Nachfolge bedeutet Leben in seiner Wahrheit.

Euer Hans-Georg Mayer