Aktueller biblischer Impuls

Wem gehören die Völker dieser Welt?

In einer von Gott abgefallenen Welt leben wir in einem Spannungsfeld von Gut und Böse, aber auch in der Frage: Wer hat das Sagen? Wem gehören die Völker dieser Welt? Der lebendige Gott, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, ist der Schöpfer dieser Welt. Doch es wird uns in Gottes Wort offenbart, dass auch der Satan, Gottes Widersacher, Macht hat und alle Reiche dieser Welt beherrscht. Als er in der Wüste Jesus versucht, sagt er unter anderem: Mir sind alle Reiche übergeben worden (Passiv! vgl. Lukas 4,6). Durch den Propheten Jeremia spricht Gott und sagt: Ich habe die Erde gemacht und Menschen und Tiere, die auf Erden sind, durch meine große Kraft und meinen ausgereckten Arm und gebe sie, wem ich will. Nun aber habe ich alle diese Länder in die Hand meines Knechts Nebukadnezar, des Königs von Babel, gegeben und auch die Tiere auf dem Felde, dass sie ihm untertan sein sollen (Jeremia 27,5-6). 

Wem gehören die Völker dieser Welt? Gott gehören sie, doch der Herrschaftsanspruch wurde und wird – zeitweise – den Feinden Gottes überlassen, damit der Lebendige sich durch sein Gericht und seine Herrlichkeit an diesen Völkern erweist.
Wenn Missionare zu Volksgruppen gehen, die das Evangelium noch nicht gehört haben, dann betreten sie damit „Feindesland“. Andererseits ist Jesus schon dort, wenn sie ihre Füße in diese Region setzen, denn er ist bei uns an allen Orten dieser Welt durch seinen Geist. 

In Psalm 2,8 lese ich: Bitte mich, so will ich dir Völker zum Erbe geben und der Welt Enden zum Eigentum. Psalm 2 ist ein sogenannter messianischer Psalm. Das heißt, er weist auf den Messias, den von Gott gesalbten König hin. Jesus ist der von Gott gesandte Messias. Mögen die Völker auch zeitweise in Besitz von anderen Mächten sein, Jesus sind diese Völker zum Erbe versprochen worden. Er wird sie eines Tages sein Eigentum nennen dürfen. Als die gute Nachricht von Jesus durch die Jerusalemer Gemeinde verbreitet wurde und es Widerstand gab, da hat die Gemeinde gebetet: „Herr, schenk uns Ruhe!“ Nein, das hat sie eben nicht gebetet. Was hat sie gebetet? Die Gemeinde fing an, Psalm 2 zu beten und darum, dass sie als Nachfolger weiterhin den Mut haben, Jesus zu bekennen. Die ersten Christen erkannten: Jesus ist mächtig. Deswegen ist das Gebet der Schlüssel für unsere Zukunft und die Ausbreitung der guten Nachricht unter den Vökern.
Auch wir dürfen für die Völker beten, dass sie Christus als Erbe gegeben werden.

Detlef Garbers