Oktober 2026

Freunde,

stellt Euch die Gassen von Kapernaum vor: Staub, Hitze und eine unüberwindbare Menschenmenge vor dem Haus, in dem Jesus lehrt. Mittendrin vier Männer mit einer Last auf den Schultern. Sie tragen ihren gelähmten Freund. Als sie nicht durch die Tür kommen, kapitulieren sie nicht. Sie steigen aufs Dach, reißen den Lehm auf und lassen den Freund direkt vor die Füße Jesu hinunter.

Das Faszinierende an dieser Begebenheit steht in Markus 2,5: „Als Jesus ihren Glauben sah…“ Es ist nicht der Glaube des Kranken, der das Wunder auslöst. Er ist passiv. Es ist der stellvertretende, zupackende und schweißtreibende Glaube seiner Freunde, der Jesus bewegt.

In unserer modernen Welt denken wir oft: Glaube ist reine Privatsache. „Jeder muss für sich selbst entscheiden.“ Das stimmt zwar im Kern, Glaube ist auch ein Mannschaftssport. Manchmal sind wir diejenigen, die auf der Trage liegen – gelähmt durch Zweifel, Erschöpfung oder Krisen. Und manchmal sind wir die Freunde an den vier Ecken. Genau das ist unser Dienst im Männergebetsbund. Unsere Missionare stehen an vorderster Front. Sie erleben geistliche Trockenheit, Widerstand oder schlichte Erschöpfung. In diesen Momenten sind wir die vier Freunde aus Kapernaum. Durch unsere Fürbitte nehmen wir die Anliegen der Missionare auf unsere Schultern. Wir bringen sie stellvertretend vor Jesus, wenn sie selbst keine Kraft zum Beten haben oder einfach unsere Unterstützung benötigen.

Paulus gibt uns dafür in Galater 6,2 den klaren Auftrag: „Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ Fürbitte ist kein nettes Extra, sondern aktiver Lastentransport. Es ist der Dienst der Stellvertretung. Wenn wir heute für die Männer in der Mission beten, dann sind wir die Träger und diejenigen, die die Seile festhalten.

Lasst uns heute nicht nur „für“ die Missionare beten, sondern sie im Geist direkt vor die Füße Jesu legen. … wie es die vier in Kapernaum taten.

Euer Andreas Kurz